Die Violoncellistin Christine Rauh zu erleben, heißt, sich von einer Künstlerpersönlichkeit bezaubern zu lassen, die phänomenales Können, Reife und Originalität, technische Brillanz, überschwengliches Temperament und Unmittelbarkeit des Vortrags mit überwältigender Bühnenpräsenz vereint.
Christine Rauh wurde bei ihrem Solo-Debüt mit Camille Saint-Saëns’ a-Moll-Konzert im Jahr 1998 erstmals einem breiteren Publikum bekannt. Inzwischen ist sie als Solistin, als Rezitalistin z.B. im „Duo Parthenon” und als Kammermusikerin im „Trio Con Anima” international präsent: sie war z.B. bei den Weidener Max-Reger-Tagen, bei den Schwetzinger Festspielen, bei den Ettlinger Schloßfestspielen, beim Würzburger Mozart-Fest, beim Kronberg Cello Festival und – als „Artist in Residence” – beim Euro-Nippon Music Festival zu Gast. Konzertreisen führten sie nicht nur durch ganz Deutschland, sondern auch nach Österreich, Liechtenstein, die Schweiz, Großbritannien, Frankreich, Italien, Bulgarien, Rußland, Korea und Japan. Gemeinsame Konzerte u.a. mit Pavel Baleff, Bong Kim, Werner Stiefel, Silke Avenhaus, José Gallardo, Robert Levin, Keiko Tamura, David Geringas, Mischa Maisky, Christian Altenburger und Eszter Haffner seien hier vermerkt.
Außer der Pflege des violoncellistischen Kernrepertoires an Solokonzerten, Duo-Literatur und Kammermusik ab der Epoche des Barock, legt Christine Rauh besonderes Augenmerk auf die herausfordernden musikalischen Errungenschaften unserer Zeit: Kompositionen von Friedemann Dähn (2008), Krzysztof Penderecki (2007), Ma Di (2006), Chen Yaoxing (2006), Robert Dispa (2005) und Marco Stroppa (2001) wurden von ihr erstmals aufgeführt. Ihre Konzertprogramme spiegeln auch ein reges Interesse an fernöstlicher zeitgenössischer Musik: durch wissenschaftliche Einführungen und instrumentale Demonstrationen ebnet Christine Rauh ihren Hörern einen Zugang zu dem jeweils dargebotenen Werk.
Christine Rauh wurde für ihre Verdienste als Violoncellistin mehrfach geehrt. So gewann sie den Felix Mendelssohn Bartholdy Preis der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und den Kammermusikpreis der „Freunde Junger Musiker” (2010), den Ersten Preis und den Isang Yun Sonderpreis beim Internationalen Isang Yun Violoncello-Wettbewerb (2009) sowie den Stennebrüggen Preis der Baden-Badener Philharmonie (2008); außerdem wurden ihr zwei Diplome di Merito und Stipendien von der Accademia Musicale Chigiana (2007 und 2006) zuerkannt. Trägerin bzw. Empfängerin weiterer zahlreicher Preise und Stipendien u.a. vom Europäischen Kammermusik-Wettbewerb (2009), von der Friedrich Jürgen Sellheim-Gesellschaft (2009), vom Deutschen Musikwettbewerb (2009 und 2005), von den Freunden der Villa Musica (2008), von der Paul Hindemith-Gesellschaft (2008), von der Lutz-E. Adolf-Stiftung (2008), von der Marguerite von Grunelius-Stiftung (2008), von der Deutschen Stiftung „Musikleben” (2008), von der Internationalen Musik-Akademie Kitakyushu (2007), vom Liezener Internationalen Violoncello-Wettbewerb (2006) und von der Stiftung Villa Musica (2004), in den Semifinales des Internationalen Tschaikowsky Violoncello-Wettbewerbs (2007) sowie des Internationalen Pablo Casals Violoncello-Wettbewerbs (2004) mit höchstem Lob bedacht, zeichnet sie sich konsequent als vielseitige und kreative Musikerin mit enormem Potential für die Prägung und Vermittlung neuer, bahnbrechender Ideen aus. Christine Rauh, 1984 in Osnabrück geboren, verbrachte ihre Kindheit in Oxford, wo sie von 1989 bis 1999 bei Jonathan Beecher Violoncello-Unterricht erhielt. Mit 16 Jahren wurde sie als Jungstudentin in Gerhard Mantels Violoncello-Klasse an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main begrüßt. 2003 setzte sie ihre Ausbildung im Rahmen des Violoncello-Hauptstudiums an selbiger Institution fort, das sie 2005, gerade 21 Jahre alt, mit einem Auszeichnungsdiplom beschloß. Parallel dazu gewann sie wertvolle Anregungen von Mstislaw Rostropowitsch und Philippe Muller in Paris. Des weiteren nahm sie an internationalen Meisterkursen bei Wolfgang Boettcher, Alfred Brendel, Young-Chang Cho, David Geringas, Leonid Gorokhov, Frans Helmerson, Gary Hoffman, Gerhard Mantel und Arto Noras und Heinrich Schiff teil. Gegenwärtig bereitet sie sich bei Jens Peter Maintz an der Universität der Künste Berlin auf den letzten Teil ihres Konzertexamens im Fach Violoncello solo vor; bereits 2009 rundete sie Studien bei Markus Becker an der Hochschule für Musik und Theater Hannover mit einem Prädikats-Konzertexamen im Fach Violoncello-Kammermusik ab.
Christine Rauh spielt das Giovanni Battista Rogeri Violoncello aus dem Jahr 1671, eine Leihgabe der Deutschen Stiftung Musikleben, das „Tigre“-Violoncello von Amati Mangenot aus dem Jahr 1929 und einen Bogen von Christian Wilhelm Knopf aus dem frühen 19. Jahrhundert.
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